Blasmusik in ihrer ganzen Bandbreite

Dass Blasmusik nicht nur Bierzeltmusik sein muss, bewies die Auswahl der Stücke, die Dirigent Frank Unold für das Jahreskonzert der Trachtenkapelle Gündelwangen, das zugleich auch sein Abschiedskonzert war, getroffen hatte

Blasmusik auf hohem Niveau – das boten die Musikerinnen und Musiker der Trachtenkapelle Gündelwangen beim Jahreskonzert. Foto: Cornelia Selz

 

BONNDORF-GÜNDELWANGEN. "...so schön klingt Blasmusik", so war das diesjährige Jahreskonzert der Trachtenkapelle Gündelwangen überschrieben. Dass Blasmusik aber nicht nur Bierzelt- und "Dicke Backen"-Musik sein muss, bewies die Auswahl der Stücke, die Dirigent Frank Unold für das Jahreskonzert, das zugleich auch sein Abschiedskonzert war, getroffen hatte. Unold hat in diesem Konzert den Spagat zwischen symphonischer und volkstümlicher Blasmusik gemeistert.

Mit der "Tangle Wood Ouverture" des 21-jährigen japanischen Musikstudenten Daisuke Shimizu hat Unold ein beeindruckendes und energisches Werk voll glänzender Melodien und mitreißenden rhythmischen Passagen ausgewählt und einstudiert, bei dem alle Orchestergruppen mit einbezogen werden – dies macht das Werk so interessant. Der Filmmusik ähnliche Charakter des Stückes von Shimizu, der in Japan ein echter Star in Sachen Blasmusik ist, hat auch die Musiker sofort überzeugt, und nun auch das Publikum, das begeistert war. Für die Marschmusikliebhaber erklang "Preußens Gloria",1871 von Johann Gottfried Piefke komponiert, der wohl populärste Heeresmarsch der Bundeswehr, der auch oft bei Staatsbesuchen gespielt wird. Hier hatte die Piccoloflöte von Doris Bernhart ihren großen Einsatz. Auch bei "Towards a new Horizon" fiel nicht nur den Musikern in den Proben gleich nach den ersten paar Takten die frische andere Instrumentierung auf. Diese Komposition wurde 2007 von der Stadt Shoreview Minnesota anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens an den 1970 in Ohio geborenen Komponisten Steven Reineke in Auftrag gegeben, der mit der Instrumentierung von der Besiedlung und atemberaubenden Schönheit der Landschaft ein sehr ansprechendes Werk geschaffen hat. Dieses Stück war das Pflichtstück bei der Prüfung von Frank Unold in Trossingen. Aus der erfolgreichsten und bekanntesten Operette von Franz Lehar, "Die lustige Witwe", spielte die Kapelle das "Vilja Lied" in einer Bearbeitung von Alfred Reed. Dem 1925 in Tschechien von Alois Aust komponierten Marsch Filmova Hvezda, gab Franz Bummerl, langjähriger 1. Flügelhornist, Sänger und Arrangeur der Egerländer Musikanten um Ernst Mosch, mit "Starparade" einen anderen Namen. Diesen konnte die Trachtenkapelle ebenso gut zu Gehör bringen wie "Basel Impressions" von Sven van Calster, Jahrgang 1981, die Unold als Selbstwahlstück für die Prüfung wählte. Auch dies ein sehr schönes Stück mit Solopassagen in den einzelnen Registern wie der 1. Klarinette von Andrea Bernhart und der Oboe von Laura Krones. Melodien von Wicked- Die Hexen von Oz erklangen im folgenden Programmteil, begonnen mit einem kräftigen Paukenschlag. Das Arrangement von "Music from Wicked" schrieb Michael Sweeney. Vom Musikduo Rosenstolz, der umsatzstärksten deutschsprachigen Band aus Berlin, wurde der Titel "Ich bin ich" aufgeführt. Zu guter Letzt hatten die Musikanten noch die Polka "Wir Musikanten" von Kurt Gäbele auf Lager, so dass für jeden Geschmack eine Stilrichtung gespielt wurde. Alles in Allem ein gelungenes Konzert mit sehr interessanten Stücken, die gerade durch ihre Andersartigkeit zu gefallen wussten. Das Publikum dankte mit reichem Applaus der Trachtenkapelle für ihre Darbietung.

Das Jahreskonzert der Trachtenkapelle Gündelwangen war gleichzeitig ein Abschiedskonzert für den scheidenden Dirigenten Frank Unold. Er hatte moderne Blasmusik und bekannte Musikstücke zusammengestellt. Beide Konzertteile wurden mit viel Beifall bedacht.

Gündelwangen – Vorsitzender Mario Isele begrüßte besonders Ehrendirigent Winfried Rombach, Ehrenmitglied Hilmar Faller, die aktiven Ehrenmitglieder, Bürgermeister Michael Scharf, Stadtrat Max Nägele, den Präsidenten des Blasmusikverbandes Hochschwarzwald Markus Kleiser (Schollach) und als Vertreter der kirchlichen Gemeinden das evangelische Pfarrerehepaar Mathias und Ina Geib. Der Vorsitzende freute sich, dass beim Jahreskonzert einige Musikerinnen und Musiker der Stadtmusik Bonndorf ausgeholfen haben. Besonderen Dank sagte er Doris Bernhart, die fest in der Trachtenkapelle als Flötistin mitspielt und überreichte einen Blumenstrauß.

Das Konzert begann mit „Preußens Gloria“ das 1898 uraufgeführt wurde. Erst 1909 gewann der Marsch seine große Popularität. Heute ist „Preußens Gloria“ wohl der bekannteste Heeresmarsch der deutschen Bundeswehr. „Tangle Wood Ouvertüre“, das Hauptwerk des Abends stammt von dem erst 21-jährigen Musikstudenten Daisuke Shimizu aus Japan. Das Musikstück ist ein beeindruckendes und energisches Werk, das voll glänzenden Melodien und mitreißenden rhythmischen Passagen steckt. Außerdem werden alle Orchestergruppen einbezogen. „Towards a new Horizon“ wurde im Jahre 2007 von der Stadt Shoreview/Minnesota anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens beim Komponisten Steve Reineke in Auftrag gegeben. Er hat mit der Instrumentierung von der Besiedlung und der atemberaubenden Schönheit der Landschaft ein sehr ansprechendes Werk geschaffen. Der erste Konzertteil ging mit „Vilja“ aus der Operette „Die lustige Witwe“ zu Ende. Es ist die erfolgreichste und bekannteste Operette des Komponisten Franz Lehar, die weltweit viele Aufführungen erlebte.

Mit der „Starparade“ von Alois Aust erinnerte die Kapelle an den Gründer der Egerländer Musikanten Ernst Mosch. „Basel Impressions“ des belgischen Komponisten Sven van Calster, beschreibt die Stadt Basel, die im Dreiländereck Frankreich, Schweiz, Deutschland liegt.

Das Stück „Music from Wicked“ von Stephen Schwartz ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, über Macht und ihren Missbrauch und die Toleranz, anders zu sein. „Ich bin ich“ des Musik-Duos „Rosenstolz“ begeisterte vor allem die jungen Konzertbesucher. Heute gehört Rosenstolz zu den umsatzstärksten deutschsprachigen Bands.

Mit der Polka „Wir Musikanten“ von Kurt Gäble verabschiedete sich die Trachtenkapelle. Nach einem Riesenbeifall spielte sie die Zugabe „Kometenflug“.


 

Glocken läuten zum Advent

Bonndorf-Gündelwangen – Am ersten und am vierten Advent wird es in Gündelwangen erstmalig ein Adventsblasen mit anschließendem Adventsläuten geben. Um 19 Uhr wird eine Bläsergruppe der Trachtenkapelle Gündelwangen bei der Pfarrkirche adventliche Lieder spielen; im Anschluss daran, etwa um 19.20 Uhr, werden die Glocken läuten. Jede einzelne Glocke wird etwa eine Minute zu hören sein bevor ein fünfminütiges Gesamtgeläut folgt. Pfarrer Eckart Kopp und Dirigent Frank Unold hoffen, dass dies eine neue schöne Tradition in Gündelwangen wird.


Frank Unold legt Pause ein

 Frank Unold

 

Gündelwangen (ebl) Frank Unold, langjähriger Dirigent der Trachtenkapelle Gündelwangen, gibt sein Amt Ende März ab und legt eine schöpferische Pause ein.

Zu den bisherigen Gerüchten, dass sich die Trachtenkapelle Gündelwangen (TK) von ihrem Dirigent trennt, gab es vergangene Woche ein Gespräch zwischen dem Vorsitzenden und dem Dirigenten der Kapelle.

Dass Frank Unold im kommenden Jahr aufhört, ist den Musikern und dem Vorstand seit geraumer Zeit bekannt. Unold möchte nach elf Jahren Tätigkeit eine Pause machen, Unstimmigkeiten gab und gibt es nicht. Der Schritt war mit dem Vorstand abgeklärt, die „Trennung“ erfolgt Ende März 2010.

Nach den Gründen für sein Aufhören gefragt, meinte Frank Unold (36), dass er in Sachen Blasmusik etwas kürzer treten möchte: „Es waren elf schöne und erfolgreiche Jahre in Gündelwangen, aber manchmal braucht es eben eine Veränderung und eine schöpferische Pause.“

Er wird weiterhin in Kontakt mit der Trachtenkapelle Gündelwangen bleiben und bei Festen helfe er gerne weiter als Küchenchef mit. Nur als Musiker wird er nicht mehr zur Verfügung stehen, denn die immerhin 40 Auftritte im Jahr sind derzeit zuviel für ihn. Beim Kirchenchor werde er als Sänger weiterhin über die Wutach nach Gündelwangen fahren.

Ein Abschiedskonzert wird es am Samstag, 5. Dezember, geben“, so der Vorsitzende Mario Isele. Er wird auch die Proben bis Ende März nächsten Jahres leiten. Das heißt, dass er auch mit der Trachtenkapelle die Fasnacht mitgestaltet. Wie Isele weiter mitteilte, wird in der Novemberausgabe der Blasmusikfachzeitschrift eine Anzeige für die freie Stelle erscheinen. „Es gibt wohl junge, gut ausgebildete und engagierte Dirigenten, doch die kosten dann auch Geld“, so der Vorsitzende. Zum einen sei es auch eine finanzielle Frage, wie viel der Verein ausgeben kann und will, zum anderen sollte die Chemie zwischen den 30 Musiker und dem oder der Neuen stimmen.

In der ländlichen Gegend einen geeignet, passenden Kandidaten oder Kandidatin zu finden sei nicht leicht, doch es herrscht Zuversicht in der Vorstandschaft. Falls sich wirklich niemand finden sollte, sagte Unold auch die Aushilfe nach März 2010 zu.

Eine außerordentliche Versammlung wurde wegen Änderungen, die das Finanzamt dringend für erforderlich hielt, einberufen. So ging es um die genauere Formulierung des Zwecks des Vereins, Maßnahmen bei einer Auflösung und die Einbindung der Ehrenamtspauschale in die Satzung. Die Änderungen wurden einstimmig beschlossen.

 


Besuch in der Pfalz

Vorsitzender Mario Isele (rechts) überreicht Bürgermeister Jürgen Jacob ein Ortswappen von Gündelwangen. 

 

Bonndorf-Gündelwangen (ts) Die Mitglieder der Trachtenkapelle Gündelwangen unternahmen eine Konzertreise nach Altrip in der Pfalz. Dort wurde am Sonntagnachmittag beim traditionellen Fischerfest musiziert. Die Trachtenkapelle war bereits im Jahre 2007 zu Gast und gab in Altrip mit dem Gesangverein ein gemeinsames Konzert. Der Kontakt kam über ein Ehepaar des Gesangvereins zustande, das in Holzschlag Urlaub machte.

Ein Musikverein gehört in einem Ort wie Altrip in der Pfalz nicht zum Standard. Die Besucher des Fischerfestes freuten sich über diese schöne Abwechslung. Die Gündelwanger boten echte Blasmusik mit Polkas und Märschen. Bürgermeister Jürgen Jacob drückte dies so aus: „Wir sind froh, dass der Kontakt mit der Trachtenkapelle geknüpft wurde. Sie ist eine wirkliche Bereicherung für unser Fischerfest.“

Die Schwarzwälder Gäste überreichten Bürgermeister Jacob ein Gündelwanger Wappen. Für 2010 ist ein Gegenbesuch des Gesangvereins im Schwarzwald geplant. Voraussichtlich wird ein gemeinsames Konzert gegeben werden.


Trachtenkapelle wirbt um Nachwuchs

Die siebenjährige Luisa Bernhart interessierte sich für die Querflöte, die ihr Doris Bernhart von der Trachtenkapelle erklärt.  Bild: morath

 

Gündelwangen (sbm) Im Bemühen um Nachwuchs hat die Trachtenkapelle Gündelwangen die Jugendlichen ab zehn Jahren zu einem Schnuppernachmittag in das ehemalige Schulhaus eingeladen. Dort standen aktive Musiker der Trachtenkapelle und deren Dirigent Frank Unold bereit, um eine musikalische Ausbildung schmackhaft zu machen. Mit der Resonanz zeigte sich der Vorsitzende der Trachtenkapelle Gündelwangen, Mario Isele, zufrieden.

Die musikalische Ausbildung erfolgt dann über die Bläserjugend in Bonndorf. Mit dieser soll nach den Sommerferien begonnen werden. Dort werden die Kids in Theorie und Praxis unterrichtet.

Beim Schnuppernachmittag konnten sämtliche Instrumente die in der Trachtenkapelle Gündelwangen gespielt werden; Posaune, Tenorhorn, Bariton, Tuba, Trompete, Flügelhorn, Waldhorn, Klarinette, Querflöte und Schlagwerk in Augenschein genommen und ausprobiert werden. Hilfestellung hierzu gaben die Aktivmusiker; Martin Albert, Armin Köpfer, Mario Krajniak, Andrea Bernhart, Doris Bernhart, Andreas Risle und Mario Isele.

Da der Nachwuchs unter den Freizeitangeboten der verschiedenen Vereine, schon von Kindesbeinen an, stark umworben ist, beabsichtigt man in der Trachtenkapelle Gündelwangen in unmittelbarer Zukunft eine Flöten- und Rhythmusgruppe für die unter zehnjährigen Kinder zu gründen, um diese möglichst früh mit den ersten Begriffen der Musik bekannt und vertraut zu machen. So soll die Flötengruppe das Interesse der Kinder an der Musik wecken, und eine Vorstufe der musikalischen Ausbildung sein.

Der Schnuppernachmittag sollte in erster Linie dazu dienen, mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, um sie für Blasmusik zu begeistern.

Die letzte Jugendausbildung in der Trachtenkapelle Gündelwangen wurde vor zwei Jahren begonnen. Derzeit befinden sich sechs Jugendliche in musikalischer Ausbildung.

Da die Jugendausbildung die Trachtenkapelle sehr viel Geld kostet, wurde im Jahre 2005 ein Förderverein gegründet. Er unterstützt die Jugendarbeitder Kapelle finanziell. Er zählt derzeit 48 Mitglieder. Vorsitzender ist Andreas Risle. Kontakt über Mario Isele, Telefon 07703/7246.


 

4700 Euro für Jugendarbeit

 

Andreas Risle und Raimund Marder (von links) sind die neuen Vorsitzenden des Fördervereins „Trachtenkapelle Gündelwangen“.  Bild: Schüle

 

Bonndorf-Gündelwangen (ts) Vorsitzender Andreas Risle und Stellvertreter Raimund Marder leiten künftig den Förderverein Trachtenkapelle Gündelwangen. Wieder bestellt wurden in der Hauptversammlung Kassierer Mario Krajniak, Schriftführerin Sandra Heurung und die Beiräte Mike Faller und Armin Köpfer. Der neue Vorsitzende dankte seinen Vorgängern Angelika Eggert und Hans-Peter Riesle für ihre Mühe mit Geschenken.

Bürgermeisterstellvertreter Max Nägele überbrachte Grüße von Bürgermeister Michael Scharf. Zusammen mit Stadtratskollege Klaus Mogel dankte er für alles, was das ganze Jahr über geleistet wurde. Auch im Namen des Gündelwanger Pfarrgemeinderats dankte er.

Dem Bericht von Sandra Heurung zufolge spielten die Jugendlichen an Fasnacht rege mit. Beim Bonndorfer Schlossfest konnte sich die Trachtenkapelle auf die Mitarbeit der Jugendlichen verlassen. Der Jahresausflug führte in die Schweiz. Der Verkauf von Kuchen vor dem Schmidt's Markt in Bonndorf war ein voller Erfolg. Sandra Heurung dankte den Frauen der Musiker für das Backen der Kuchen. Die jungen Musiker spielten beim Martinsumzug und beim Jahreskonzert mit.

Mario Krajniak verlas den Kassenbericht. Für die Jugendarbeit der Trachtenkapelle Gündelwangen konnten 4700 Euro überwiesen werden. Mario und Tobias Isele bestätigten die gute Kassenführung. Der Vorsitzende der Trachtenkapelle Mario Isele dankte für die Zuwendung des Fördervereins und allen, die bereit waren, ein Vorstandsamt zu übernehmen. Er war erfreut darüber, dass nach einer Wette für die Kasse des Vereins 250 Euro gespendet wurden.

Die bisherige Vorsitzende Angelika Eggert gab die nächsten Termine bekannt. Um zusätzliche Einnahmen zu erreichen, sollen beim Schmidt's Markt wieder Kuchen und Torten verkauft werden. Die Mitglieder des Fördervereins beteiligen sich am Hölzlefest Gündelwangen und nehmen wieder am Schlossfest Bonndorf teil.